Die richtige Rechnungswährung wählen – Wechselkursrisiko vermeiden
Freelancer RechnungswesenDie richtige Rechnungswährung wählen
Aylin, eine Social-Media-Managerin aus Köln, stellte ihrem Kunden in Texas immer in US-Dollar in Rechnung – "die wollen das so". Als der Dollar dann aber schwächelte, bekam sie bei der Umrechnung plötzlich 8 % weniger aufs Konto, plus 3 % FX-Gebühr ihrer Bank. Für Aylin war das ein faktischer Gehaltsverlust, den sie nie eingeplant hatte.
Kurz gesagt: Rechne in deiner eigenen Währung, um das Wechselkursrisiko auf deiner Seite zu halten. Bei Auslandskunden kann die Rechnung in ihrer Währung die Annahme erhöhen – achte aber auf FX-Gebühren. Und gib die Währung explizit auf der Rechnung an, um Streit zu vermeiden. Die Währung, in der du abrechnest, bestimmt nämlich, wie viel nach Umrechnung und Gebühren tatsächlich ankommt.
In der eigenen Währung rechnen
Der sicherste Weg für dich: Du stellst in Euro (oder Franken, Pfund – was auch immer deine Hauswährung ist) in Rechnung. Dann trägt der Kunde das Risiko der Umrechnung, nicht du. Schwankt der Kurs, bleibt dein Betrag stabil. Das ist besonders bei größeren Summen relevant – da machen wenige Prozent echtes Geld aus. Das gilt übrigens auch umgekehrt: Ein deutscher Kunde freut sich über Euro, ein britischer über Pfund – richte dich bei Inlandsaufträgen ohnehin nach dem Sitz des Kunden.
Fremdwährung für die Annahme
Es gibt einen guten Grund, doch in der Währung des Kunden zu rechnen: die Annahme. Manche Buchhaltungen dürfen oder wollen keine Fremdwährungsbelege verbuchen. Eine Rechnung in Dollar an einen US-Kunden wird also schneller genehmigt. Der Preis ist dein Wechselkursrisiko plus mögliche Gebühren. Verhandle in so einem Fall den Satz früh fest oder baue eine kleine Puffer-Marge ein.
Ein fairer Kompromiss: Du rechnest in der Währung des Kunden, vereinbarst aber den Gegenwert in deiner Hauswährung zum Kurs am Rechnungsdatum. So weißt du genau, was ankommt, und der Kunde sieht eine vertraute Währung. Solche Klauseln wirken professionell und nehmen das Risiko aus der Beziehung.
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Währung explizit angeben
Egal welche Seite zahlt: Die Währung muss auf der Rechnung stehen – als Kürzel wie "EUR" oder "USD" direkt beim Betrag. Fehlt das, beginnt das Rätselraten: "Meinst du 1.000 Euro oder 1.000 Dollar?" Solche Unklarheiten verzögern Zahlungen oder enden im Streit. Ein kurzer Hinweis im Ratgeber Was auf jede Rechnung gehört zeigt, wo das Feld hingehört.
Rechne das Risiko bei großen Summen durch. Bei 500 Euro macht ein schwankender Kurs kaum aus. Bei 5.000 Euro in Fremdwährung können aus 3 % Kursverlust schnell 150 Euro werden – plus Gebühren. Wer regelmäßig in Dollar oder Pfund stellt, sollte den Wechselkurs im Auge behalten oder einen Teil über ein Währungskonto ausgleichen. Ein kleiner Puffer im Stundensatz fängt Schwankungen ab, ohne dass der Kunde den Aufpreis einzeln sieht.
Wie das mit ausländischen Steuern zusammenspielt, steht im Ratgeber Internationale Kunden abrechnen. Wer seine Retainer-Zahlungen beschleunigen will, findet Tipps im Ratgeber Schneller bezahlt werden.
Im Blogbeitrag Rechnung vs. Quittung vs. Rechnung? klären wir zudem, wann ein Währungsbeleg überhaupt steuerlich relevant wird.
Dieser Artikel dient nur zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar.